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In der Serie "Der rote Faden - the thin red line" spielen Menschen, die mir zu verschiedenen Graden bekannt sind, Rollen in konstruierten Bildsituationen, die zu gemischten Teilen deren und meine Befindlichkeit in der Welt zum Thema haben. Die Inspirationsquellen zu den einzelnen Bildern sind grundsätzlich verschieden, doch lassen sich die historisch fixierte bildende Kunst und die Filmkunst als Hauptquellen nennen. Ich versuche, den Menschen in seinem realen oder einem konstruierten Zusammenhang zu zeigen, um ihn somit zu charakterisieren. Er formt die Dinge und die Dinge formen ihn - so erzählen sich im Porträt Geschichten. "Das Stundenbuch" (the Hour Book) zeigt eine schwangere Frau in entrückter Pose und Mimik vor dem hochgeknoteten Vorhang einer Duschwanne; eine bildgestalterische Parallele zu einen Vor-Bild des Mittelalters, das eine Dame, die ein Buch (wohl die Bibel) studiert, vor einer formal ähnlich anmutenden Bettstatt zeigt. In meiner zeitgenössischen Version dieser im Mittelalter beliebten Darstellung ist das Buch rot wie Maos Bibel und die Fragen sind im Gesicht der Frau zu handfesten Zweifeln geworden. Politik ("Democracy"), die mediale Beherrschung der Welt ("World Peacekeepers"), die Beziehung zu meiner Tochter ("Trust box"), die Verlockungen und Gefahren des anderen Geschlechts ("Die Intrigantinnen"), Prinzipien der Geschlechterrollen ("Midlife crisis"), die Macht der Worte ("Pandora's box"), meine Liebe zum französichen Film ("Nouvelle Vague") und zur europäischen Malerei ("La flamande") sind thematische Kristallisationspunkte der Entstehung meiner Bilder, in denen sich eine persönliche Sprache zu allgemeiner künstlerischer Aussage verdichtet und den Betrachter so anregt, die Arbeit der Entschlüsselung am roten Faden entlang aufzunehmen. Horst Klöver 2006 |
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